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Hausbiographie

Hausbiographie, Werden- Sein- Vergehen
Wichtige Prinzipien, die man beim planen und bauen nach Bau-biologischen/ ökologischen Regeln
berücksichtigen sollte.von Danilo Pantellini

Einführung
Öko... (oeco Oeco [zu griechisch oikos "Haus"], Bestimmungswort von Zusammensetzungen mit der Bedeutung "Lebensraum, Haus, Wirtschaft“ oikos logos (logika): die Lehre der Beziehungen der Lebewesen

Bauen ist und bleibt ein massiver Eingriff des Menschen in einen gut funktionierenden natürlichen Kreislauf. Da dies ohne Unterbrechung dieses Kreislaufes nicht möglich ist sollten wir uns darauf konzentrieren, diese Eingriffe so klein wie möglich zu halten.

1.Die Gesundheit
Die Gesundheit der Bewohner eines Objektes muss erste Priorität haben. Diese kann durch diverse Einflüsse im Innen- wie auch im Aussenraum beeinflusst werden. Am Anfang eines Projektes steht die sorgfältige Auswahl des Standortes, was die äusseren Einflüsse auf das Projekt eindämmen sollte. Lärmemissionen die z.B. von Strassen, Bahn, Tram, Flughäfen und Schiessplätzen ausgehen, können hier sehr grossen negativen Einfluss nehmen. Strahlungsemissionen - natürliche wie technische - sind auch zu beachten. Diese können natürlicher Herkunft sein wie z.B. von Radon, Wasseradern und/oder kosmischer Strahlung, wie auch von technischen Quellen, wie z.B. Hochspannungsnetzen, Transformatoren und/oder Sendemasten. Nach der Standortauswahl sollten Innenraum Einflüssen, welche auf die Bewohner Auswirkungen haben, beachtet werden. Einer der wichtigsten Punkte wäre eine hohe Luftwechselrate, welche die beste Möglichkeit darstellt um eine „gesunde Umgebung“ zu erhalten. Dies steht jedoch im Gegensatz zu einer winddichten Aussenhaut des Gebäudes (Isolierung). Da wir in unserer Klimazone heutzutage in Gebäuden mit relativ kleinen Luftwechselraten - sprich mit dichten Aussenhüllen - leben,
sollte besonders auf eine sorgfältige Zusammenstellung der Baumaterialien geachtet werden. Natürlich muss auch die Konstruktion (Zusammenbau) sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Bevorzugt zu verwenden sind Baumaterialien ohne oder nur mit geringen Emissionswerten, um die Innenraumbelastung so niedrig wie möglich zu halten.

2. Die Nachhaltigkeit
Bei der Nachhaltigkeit ist als erstes zu erwähnen, dass eine Renovation vor einem Neubau zu bevorzugen ist. Eine Renovation ist Ressourcen schonender, da ein grossteil der Bausubstanz schon vorhanden ist, was aber nicht heisst, dass diese Methode einfacher wäre. Bei einem Neubau bedeutet die Nachhaltigkeit vor allem, den Einfluss auf den natürlichen und sozial funktionierenden Kreislauf so harmonisch wie möglich zu gestalten. Bei der Materialwahl ist darauf zu achten, die bestmöglichen Materialien zu wählen. Nachwachsende, recycelte, vor Ort vorhandene, solche die mit geringem Energieaufwand hergestellt werden sind zu bevorzugen. Die recycle-fähige Konstruktion ist anzustreben.

3. Das ökologische Prinzip
Versuche die Umgebung des Projektes zu verstehen in seiner natürlichen, geschichtlichen wie auch sozialen Funktion und versuche dann das Projekt so einzugliedern, dass dieses, die funktionierende Umwelt nur leicht ins Wanken bringt und die Kreisläufe nicht unterbricht.

4. Technik und Ökologie
Wenn man bedenkt, dass die meisten Leute noch mit Holz und Kohle in ihrer Kochstelle oder mittels Kamin geheizt haben, heute aber praktisch keine Heizung mehr auf einen Computer verzichten kann, ist dies ein enormer technischer Fortschritt. Dies zog aber auch mit sich, dass die Systeme immer komplizierter und aufwändiger wurden, bis hin zu einer riesigen Materialschlacht. Ökologie sollte in diesem Fall heissen so einfach und nachhaltig wie möglich. Dies bewirkt einen geringeren Materialverbrauch und eine um ein vielfaches einfacheren Unterhalt der Apparaturen. Ein zusätzlicher Wasserkreislauf (Grauwasser) und/oder Sonnenkollektoren zur Unterstützung der Heizung oder Warmwasseraufbereitung stellen eine Möglichkeit dar Ressourcen schonend zu sein. Es sollte aber genau in Betracht gezogen werden welche Lösung die Richtige ist.

5. Das klimagerechte Bauen
Da wir bei uns nun mal - mit Sommer und Winter - grosse Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen haben, müssen wir auch dementsprechende Lösungen für unsere Bauten finden. In erster Linie schützen wir unsere Innenräume vor allem vor Kälte mittels Isolation. Wir sollten uns aber auch um das Mikroklima auf der eigenen Parzelle kümmern und zwar in dem wir hier aktiv und/oder passiv die Sonnenenergie nutzen (Fensterfronten, Himmelsrichtungen) oder uns auch der Hauptwindrichtung widmen (windgeschützt). Technisch können verschiedene Massnahmen ergriffen werden, wie z.B. die Auswahl einer guten Isolation, Wärmerückgewinnung und/oder vernetzte Ver- und Entsorgungssysteme. Ein zu beachtender Punkt ist auch der Schutz vor Hitze im Sommer. Dies kann man mit cleveren Querlüften (sofern dies bei der architektonischen Planung berücksichtigt wurde), Isolationsstoffen die auch gegen äussere Wärme schützen und intelligenten Beschattungssystemen erreichen.

6. Die Psychologie des Bauens
Die psychische Wirkung von Räumen und Gebäuden auf deren Bewohner kann grosse positive wie negative Einflüsse haben. So kann die Architektur eines Raumes oder Gebäudes ein wohlbefinden oder ein unwohl sein auf die einzelnen Bewohner auslösen. Diese Empfindungen sind sehr individuell und können nur verhindert/erreicht werden, wenn die Wünsche respektive Bedürfnisse zwischen Architekt und Bauherren im Dialog ausführlich dargelegt werden.

7. Die Partizipation
Die Partizipation fängt schon bei den ersten Gesprächen um ein Bauprojekt an. Es sollten von Anfang an alle Beteiligten mit einbezogen werden und auf jeden einzelnen eingegangen werden. Von dort geht es dann Schritt für Schritt weiter: es werden immer mehr Beteiligte mit einbezogen und in möglichst viele Details eingeweiht (Architekt, Bauleiter, Handwerker, Nachbarn…). Partizipieren bedeutet viel erklären, diskutieren, Lösungen suchen, usw. Es bedeutet aber auch, dass niemand sich alleine durchsetzen sollte, sondern man immer einen gemeinsamen Konsens finden sollte in dem man alle Bedenken, Vorschläge, Ideen berücksichtigt. Bauen sollte man zusammen und sollte nicht als „one man show“ betrachtet werden - dies betrifft den Architekten, Bauherren wie auch den Handwerker. Als Teil der Partizipation sollte man auch die Möglichkeit der Eigenleistung der Bewohner in Betracht ziehen.

8. Die Mehrfachnutzung
Die Multifunktionalität eines Bauvorhabens sichert normalerweise auch eine gewisse Langlebigkeit.
Im Wohnbereich kann dies heissen, dass ein Büro auch als Gäste- oder Kinderzimmer verwendet werden kann. Eine Wohnküche bedeutet sowohl Arbeitsplatz als auch ein Wohn- Spiel- Begegnungsort der Bewohner, in dem man in aller Gemütlichkeit Gäste (Familie/Freunde) ohne den Raum zu wechseln bekochen und bewirten kann.
Beispiel einer Mehrfachnutzung: Eine Dach- Fassaden-Begrünung dient der Diversifikation von Flora und Fauna, gibt Wasser verzögert ab und bildet eine zusätzliche Isolation.
So kann man etliche Mehrfachnutzungen in und um ein Haus realisieren.

9. Die Einfachheit
Die Einfachheit übt einen der grössten Einflüsse auf das Bauen aus, da diese über den Verbrauch von Ressourcen meistens direkt entscheidet. Einfach bauen heisst wenig Baumaterialverbrauch.
Es bedeutet aber auch, den einfachen Unterhalt von Gebäude und Gebäudeteilen, je nachdem mit einem grossen Eigenleistungsanteil. Einfachheit bedeutet vielfach auch günstiger bauen, wobei man dies nicht mit billiger bauen verwechseln darf. Den dies würde heissen, dass die Qualität nicht mehr gewährleistet wäre, was wiederum der Langlebigkeit schaden würde und dies würde einen höheren Materialverbrauch nach sich ziehen.

10. Qualität
Qualität bedeutet meistens Langlebigkeit. Dies muss nicht heissen, dass ein Projekt unbedingt teurer sein muss. Wenn man die Qualität mit der Einfachheit zusammen nimmt kann dies auch zu einer günstigen Lösung führen. Die richtige Wahl von Baukomponenten beinhaltet sehr viele Punkte, es kann mit dem Preis anfangen (sollte es aber nicht), führt vielleicht über die Dauerhaftigkeit, Erneuerbarkeit, Umweltverträglichkeit, Verarbeitbarkeit usw.

Gut Ding will Weile haben
Die Quintessenz dieser Betrachtungsweise vom Bauen ist, dass man den Faktor Zeit sehr gut einkalkulieren sollte. Vor allem in der Vorprojektierungs- und Projektierungsphase ist es von Vorteil sich genügend Zeit für Entscheidungen, Abklärungen, Erklärungen und auch Diskussionen zu lassen. Natürlich sollte man sich auch in den späteren Phasen des Projektes die Zeit nehmen um Details und Probleme zu lösen.

Auch wenn man nicht viel vom bauen versteht, sollte man sich nicht aus der Verantwortung ziehen und sich von diesen Entscheidungen drücken. Es ist selbstverständlich, dass jeder für sich eine individuelle Lösung finden wird, auseinandersetzen damit muss sich aber trotzdem.